Kunst unter Kontrolle. Filmzensur in Europa
 
 
Hrsg. v. Hans-Michael Bock, Jan Distelmeyer und Jörg Schöning
(Redaktion: Johannes Roschlau)

edition text + kritik, 2014

Überwachen, beschneiden, verbieten: Seit es das Kino gibt, findet von verschiedenen Seiten Zensur statt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich ein breites Spektrum an Formen und Methoden der Einflussnahme auf die Produktion, Distribution und Aufführung von Filmen – auch von der Filmindustrie selbst. Filmhistoriker und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Italien und Großbritannien verfolgen die Entwicklung der Filmzensur anhand ausgewählter Aspekte der europäischen Filmgeschichte. Seit es das Kino gibt, sahen sich staatliche Stellen, Kirchenvertreter, Pädagogen und Interessenverbände genötigt, dem einflussreichen Massenmedium inhaltliche und ästhetische Grenzen zu setzen. Die einzelnen Beiträge nehmen nicht nur den Bereich der "klassischen" Zensur in den Blick, sondern auch andere Formen der Filmkontrolle wie Einfuhrverbote durch den Bonner "Interministeriellen Ausschuss für Ost-West-Filmfragen" und die Bearbeitung von Synchronfassungen durch Verleiher. Überblickstexte zu Zensurmodellen in verschiedenen politischen System werden vertieft durch Fallstudien zur Zensur des österreichischen "Herrenabend-Films", politischer Werbefilme in der Weimarer Republik, zu den Auseinandersetzungen um den Skandalfilm "Das Gespenst" in der Bundesrepublik sowie zu Zensurwellen nach politischen Umbrüchen in Ländern Ost- und Mitteleuropas.
 
   
PhantomGesichter. Zur Sicherheit und Unsicherheit im biometrischen Überwachungsbild
 
 
Hrsg.: Dr. Ulrich Richtmeyer

München: Wilhelm Fink, 2014

Biometrische Verfahrensweisen stehen im Zentrum gegenwärtiger Sicherheits- und Überwachungsprogramme. Auch in diversen fotografischen Apparaten, die das Material für digitale Bilddatenbanken liefern, haben sie sich fest etabliert.
Obwohl sie auf komplexen Berechnungen basieren, sind biometrische Verfahren wesentlich als Bildbearbeitungstechnologien zu verstehen – so die Grundannahme des Bandes. Erst aus dieser Perspektive gelangen die spezifischen Sicherheiten und Unsicherheiten biometrischer Bilder in den Blick. Sie fallen besonders dort auf, wo sich Biometrie auf ein klassisches Objekt der Erkennungsdienste, das menschliche Gesicht, bezieht. Welche Konsequenzen sich aus der Vorgeschichte und Gegenwart der verwendeten Bildtechnologien sowie ihren trivialen und professionellen Gebrauchsweisen für den Status des artifiziellen Gesichtsbildes ergeben, gilt es nun zu hinterfragen.
 
   
Bild und Geste. Figurationen des Denkens in Philosophie und Kunst
 
 
Hrsg.: Ulrich Richtmeyer, Fabian Goppelsröder, Toni Hildebrandt

Bielefeld: transcript, 2014

Die Geste ist akademisch en vogue. Über Rhetorik und Kommunikationswissenschaften hinaus zeigt sie sich längst auch in Bildforschung, Medienphilosophie, Tanzwissenschaft oder Entwurfstheorie. Diese Konjunktur beweist vor allem eines: dass das Denken des Gestischen über die bloße Orientierung am menschlichen Körper weit hinausreicht, dass es Prozesse beschreibt statt konventionelle Zeichen – und letztlich als strukturgebendes Moment menschlicher Weltverhältnisse verstanden werden kann.
Die in diesem Band versammelten Beiträge situieren die Geste daher im Zentrum der Genese theoretischer und künstlerischer Hervorbringungen: Das Phänomen wird zur Denkfigur.