Profil, Ziele und Voraussetzungen des Masters Europäische Medienwissenschaft
 
 
Profil
Die Besonderheiten des transdisziplinären Masterstudiengangs Europäische Medienwissenschaft liegen in der Kooperation zwischen Universität und Fachhochschule, wodurch sich eine enge Verquickung von theoretischer Reflexion und praktischer Gestaltung ergibt. Im Masterprogramm werden Perspektiven der Kultur- und Medienwissenschaften unter Berücksichtigung der aktuellen Forschung erarbeitet. Dabei liegt der Fokus auf Fragen der Medienphilosophie, Medienästhetik und Medienkunst sowie auf Untersuchungen konkreter medialer Konfigurationen und Strategien. Im Blickpunkt stehen weniger Einzelmedienanalysen als vielmehr "Medialität" und ihre verschiedenen qualitativen Ausprägungen ("Digitalität", "Visualität", "Auditivität", "Textualität", "Narrativität", "Performativität", "Ludizität" etc.) als grundlegende Prinzipien und Analysekategorien einer Erforschung medialer Anordnungen und ihrer Effekte. Diese wissenschaftliche Ausrichtung findet ihr Pendant in praktischen Projekten, in denen aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Mediengestaltung, der digitalen Kunst und der Produktion interaktiver Umgebungen berücksichtigt werden. Es wird großen Wert auf angeleitete, freie Forschungsarbeiten gelegt, die Theorie und Praxis produktiv miteinander verbinden. Im Verlauf des Studiums gewinnen Studierende u.a. durch ästhetische und wissenschaftliche Auseinandersetzung sowie den kreativen Umgang mit Medien Erkenntnisse über die Struktur, Wirkungsweise und Leistungen von medialen Prozesse. Der Studiengang antwortet dabei auf den wachsenden Bedarf des internationalen Arbeitsmarktes nach einer Qualifizierung, die analytische und konzeptionelle Kompetenzen mit gestalterischen und technischen Fertigkeiten verbindet.

Es besteht die Möglichkeit, an den Masterstudiengang Europäische Medienwissenschaft ein Promotionsstudium anzuschließen.

Ziele
Mit einem erfolgreich absolvierten Masterstudium der Europäischen Medienwissenschaft werden fortgeschrittene Kompetenzen für die Analyse, Gestaltung und Kritik der Medien sowie ein inhaltsbezogenes Kulturmanagement erworben. Dazu gehören insbesondere:

  • ein begriffliches Instrumentarium zur Analyse medialer Prozesse und Phänomene sowie die Fähigkeit, sich weitere Terminologien selbstständig zu erarbeiten
  • die Entwicklung eines fortgeschrittenen Verständnisses der kulturellen und historischen Bedingtheit von Medien, ihrer interaktiven Vernetzung, ihres Zusammenwirkens und ihrer Konflikte sowie der Performanz komplexer medialer Umgebungen
  • die Fähigkeit zur Analyse ästhetischer und medialer Strategien und Inszenierungsformen
  • die kritische Auseinandersetzung mit Medientheorien und ihrer Genesis und Geltung
  • die kritische Reflexion gestalterischer Prozesse und Produkte sowie die Konzeption, Durchführung und Präsentation eigener ästhetischer Projekte auf fortgeschrittenem Niveau

    Das Hauptziel ist es, die Absolventinnen und Absolventen dazu zu befähigen, sich selbständig und kritisch mit Medien- und Kulturtheorien auseinanderzusetzen sowie eigene Medienprojekte auf fortgeschrittenem Niveau zu realisieren. Der Masterstudiengang reagiert damit auf die Flexibilität des Arbeitsmarktes im Bereich Medien, die hohe Erwartung an eigenständig-kreative Arbeit sowie auf den permanenten Wandel der zeitgenössischen Medienlandschaft. Zu den möglichen Berufsfeldern gehört neben dem gesamten Spektrum der Medienforschung im akademischen Bereich Verlagslektorate in Print-, Buch- und audiovisuellen Medien, ferner Radio und Fernsehen, Internet und Hypermedia, Werbung, Kulturmanagement sowie selbständige Medienproduktionen und -dienstleistungen.

    Voraussetzungen
    Grundsätzlich ist für das Masterstudium an der Universität Potsdam der Nachweis eines abgeschlossenen Bachelorstudiums oder eines gleichwertigen Abschlusses erforderlich.
    Des Weiteren sind Kreativität sowie Freude am Gestalten gefragt. Im Sinne der europäischen Ausrichtung des Studiengangs und der Anforderungen im Berufsleben sind außerdem gute Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere in Englisch, empfehlenswert.
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    Modulare Gliederung des Masterstudiums
     
     
    Der Studiengang ist in zehn Module gegliedert, die jeweils in einem bestimmten Mindestumfang absolviert werden müssen:

    Modul 1: Medium und Medialität
    Das Grundlagenmodul behandelt verschiedene Definitionen des Mediums sowie Theorien des Medialen einschließlich der Medienphilosophie. Die Teilnahme an einem Seminar mit anschließender Hausarbeit ist verbindlich, zur Wahlpflicht gehört der aktive Besuch zweier weiterer Seminare.

    Modul 2: Konfigurationen des Analogen und Digitalen
    Im Mittelpunkt des Moduls stehen Theorien des Analogen und des Digitalen sowie die Untersuchung von Schnittstellen und deren Gestaltung (Figuration).

    Modul 3: Visualität, Narrativität und Performativität
    Das Modul beinhaltet die Analyse zentraler medialer Darstellungsformen, die mit den Schlüsselbegriffen der Visualisierung (Sichtbarmachung, Verbildlichung), der Erzählung und ihrer Beziehung zu Zeitlichkeit und Bewegung (z.B. in Text und Film) sowie der Aufführung und Präsentation verbunden sind.

    Modul 4: Intermediale Gestaltung
    Das Modul ist Grundlagenmodul und beinhaltet die Analyse und Konzeption intermedialer Zusammenhänge bzw. Projekte in vornehmlich digitalen Medien und deren historischen Vorläufern. Es werden sowohl Kenntnisse in medienübergreifenden Gestaltungszusammenhängen erschlossen als auch aktuelle Medientechnologien analysiert und genutzt.

    Modul 5: Nichtlineares Erzählen
    In diesem Modul wird vertiefend auf die Konzeption und Gestaltung von nichtlinearen Strukturen in digitalen Medien eingegangen. Sowohl die Dramaturgie und die Organisation von „multi“-medialen Erzählformen, als auch der Einsatz von notwendigerweise zeitbasierten Mitteln in nichtlinearen und interaktiven Zusammenhängen stehen im Zentrum dieses Moduls.

    Modul 6: Mediale Umgebungen
    Dieses Modul widmet sich geschlossenen medialen Umgebungen und Kommunikationszusammenhängen. Im Zentrum steht die beispielhafte Analyse und Entwicklung derartiger Umgebungen. Dies bezieht sich sowohl auf physikalisch-räumlich zusammenhängende Umgebungen als auch auf strukturell geschlossene aber räumlich verteilte Zusammenhänge.

    Modul 7: Experimentelle Forschungsarbeit
    Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt. Das Projekt wird von gemeinsamen Kolloquien begleitet, die verbindlich besucht werden müssen.

    Modul 8: Interdisziplinäres Ergänzungsstudium
    Das interdisziplinäre Ergänzungsstudium dient der Vertiefung des Angebots einerseits aus den Theoriemodulen 1-3, wodurch eigene Schwerpunkte gesetzt werden können, andererseits einer weiteren verstärkten Projektarbeit. Medienwissenschaftliche Angebote aus dem gesamten Berliner/Potsdamer Raum können genutzt werden.

    Modul 9: Kolloquium
    Das Kolloquium „Laboratorium“ unterstützt die Studierenden insbesondere bei der Themenfindung, der Operationalisierung von Forschungsproblemen, Literaturrecherchen und Strukturierung von Arbeiten.
     
       
    Studienverlauf des Masters Europäische Medienwissenschaft
     
     
    Die Regelstudienzeit des Masterstudiums Europäische Medienwissenschaft beträgt vier Semester einschließlich der Zeit für die Anfertigung der Masterarbeit. Das Studium gliedert sich so auf, dass 90 Leistungspunkte in den Veranstaltungen (Module 1-9) und 30 Leistungspunkte mit der Masterarbeit erworben werden.

    Die Masterarbeit (Bearbeitungszeit 20 Wochen) kann sowohl in Form einer wissenschaftlichen Arbeit als auch einer wissenschaftlich begleiteten Projektarbeit vorgelegt werden. Sie wird durch ein Kolloquium begleitet und mit einer Präsentation und einer mündlichen Verteidigung abgeschlossen.

    Mit erfolgreichen Abschluss verleiht die Universität Potsdam im Einvernehmen mit der Fachhochschule Potsdam den Grad eines "Master of Arts" (M.A.).